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Eine-Welt-Camp zum 8. Mal ein voller Erfolg

Ein Bericht von Anna-Lea Müller

In diesem Jahr stand das Eine-Welt-Camp im August wieder unter dem Leitmotto, eine bunte Zukunftswerkstatt für alle Weltfairänderer zu bieten. Auf diese Einladung von der Alianza e.V. in Kooperation mit der Kirchengemeinde Dunningen machten sich knapp 50 junge und junggebliebene Menschen auf, um einige erlebnisreiche Tage auf dem Ibichhof im wunderschönen Simonswälder Tal zu verbringen.

Am Sonntagnachmittag wurde schon bei der Anreise der umweltbedachte Aspekt deutlich: Einige Kinder und Jugendliche reisten mit dem Fahrrad oder sogar zu Fuß an. Nachdem alle Teilnehmer*innen, Teamer*innen und das Küchenteam auf dem Ibichhof eingetroffen waren, lernten sich zuerst alle bei verschiedenen Spielen, beim Abendessen und bei einer spannenden Nachtschnitzeljagd kennen. Beim Abendimpuls konnte durch ein gemeinsames Puzzle mit individuellen Wünschen an die Zeit im Camp die Gruppendynamik weiter gestärkt werden.
Vor 100 Jahren...Über 100 Jahre zurückversetzt fühlten sich die Teilnehmer am nächsten Morgen beim „Lägerle“-Spiel. Es ging bei diesem Geländespiel darum, die 10-stelligen Nummern aus den jeweiligen Basislagern und die 6-stelligen Rückennummern, die jede*r Spieler*in umgebunden bekam, zu sehen, sich zu merken und dann im eigenen Basislager in eine Liste einzutragen. Vor dem Spielstart begaben sich alle Teilnehmer*innen auf eine Zeitreise und landeten so in der Vergangenheit. Passend dazu waren alle Teamer als Charaktere, die so vor über 100 Jahren in diesem Wald gelebt hätten können, verkleidet und schauspielerten ihre Rolle sehr glaubhaft. Um weitere Punkte in diesem Spiel zu sammeln, konnten die Teilnehmer*innen den Charakteren bei verschiedenen Aufgaben behilflich sein, wie beispielsweise Holz sägen, Wäsche am Bach mit einem Waschbrett waschen oder Kräuter sammeln. Nach dem Geländespiel merkten alle, wie anstrengend der Alltag vor über 100 Jahren sein hätte können und waren dankbar, dass es zwischenzeitlich Erfindungen wie Waschmaschinen gibt. Bedacht wurde jedoch auch, dass immer noch nicht alle Menschen auf der Erde solche Geräte zur Verfügung stehen.

Nachmittags wurden den Teilnehmer*innen bei einem konsumkritischen Spaziergang mit verschiedenen Stationen in und um den Ibichhof viele spannende Informationen rund um den Konsum heutzutage spielerisch näher gebracht. Besonders eindrucksvoll war die Station über Massentierhaltung, da auf dem Boden aufgezeichnet war, wie wenig Platz ein Schwein in einer solchen Haltungsform lediglich zusteht. Anschließend entstanden rege Diskussionen, wie man diese komplexen Probleme des heutigen Konsums beseitigen könnte und die Kinder und Jugendlichen fanden gute Lösungsansätze.

Am Dienstag war Wandern angesagt. Die erste Station war die Ölmühle, bei der ein kurzer Vortrag interessante Einblicke über die Ölgewinnung unter Verwendung der Wasserkraft geboten hat. Passend zum Thema Wasser wurden dann noch spaßige Stunden im Freibad verbracht, bei der die Erfrischung im kühlen Nass bei sehr sommerlichen Temperaturen ein klares Highlight war.

Abends wurde noch in Erinnerungen geschwelgt, als die besten Fotos aus allen Eine-Welt-Camps gemeinsam angeschaut wurden. Für die jüngeren Teilnehmer*innen war es spannend zu sehen, wie klein die jetzigen Teamer*innen teilweise selbst noch in den ersten Jahren des Eine-Welt-Camps waren.

Die beiden letzten Tage verbrachten die Teilnehmer*innen in verschiedenen Workshops, die alle einen nachhaltigen Hintergrund hatten. Beim Korbflechten aus Brombeerzweigen konnte eine Alternative zu Plastikgefäßen hergestellt werden. Unter dem Thema Upcycling nähte ein anderer Workshop aus Stoffresten die verschiedensten Sachen. Aus alten Zeitungen entstanden ebenfalls neue Produkte: zum einen Körbe geflochten aus gefalteten Zeitungen und zum anderen wurde beim Papierschöpfen Papier recycelt.
Eine Gruppe handwerklich begabter Weltfairänderer bauten ein großes Insektenhotel, das nun in der Nähe des Ibichhofs steht, um dem Artensterben entgegenzuwirken. Um Plastik im Bad zu vermeiden, experimentierten einige Teilnehmer*innen mit der Herstellung eigener Shampoos und Handseife, bei der lecker duftende Ergebnisse entstanden. Ein besonderer Höhepunkt, war der Besuch und die Durchführung eines Workshops der Dunninger Kräuterpädagogin Luzia Lacher..Mit ihr stellten einige Teilnehmer*innen verschiedenste Produkte her: Ringelblumen-Lippenbalsam, Kräutersalz, Hustensaft und Gesichtsmasken. Ein weiterer Workshop war die Aufnahme eines Films mit den Ideen der Teilnehmer*innen, bei der im Rahmen einer gespielten Fernsehshow unterschiedliche Situationen des Eine-Welt-Camps auf lustige Art und Weise dargestellt wurden.

Das Mittagessen am Donnerstag war für alle besonders eindrucksvoll. Denn es wurden allen die Augen verbunden, um eine Mahlzeit als blinde Person erleben und sich so besser in diese für Blinde alltägliche Situation hineinversetzen zu können.

Beim Bunten Abend wurde noch ausgelassen getanzt, gelacht und so ein schöner letzter Abend des Eine-Welt-Camps 2019 verbracht.

Nachdem alle am Freitag zusammengeholfen haben, um den Hof wieder ordentlich zu verlassen, fand ein Abholfest statt, bei dem die Familien der Teilnehmer*innen auch einen Einblick in die Geschehnisse der Woche bekamen, da zusammen Bilder angeschaut und von den beteiligten Weltfairänderen kommentiert wurden.

Auch wurde nicht vergessen, dem erstklassigen Küchenteam aus der Dunninger Ratsstube zu danken, die sich jeden Tag selbst übertroffen haben und leckeres, vegetarisches und sogar größtenteils saisonales und regionales Essen für alle Mahlzeiten gezaubert haben.

Gruppenbild des Eine-Welt-Camps 2019

Gruppenbild des Eine-Welt-Camps 2019

In diesen Genuss kamen die Teilnehmerinnen Mitte November beim obligatiorischen Eine-Welt-Camp-Nachtreffen noch einmal, als das Küchenteam superleckere Pizzaweckle zubereitete. Beim Nachtreffen wurden außerdem noch verschiedene Spiele gespielt. Nach einem der Spiele konnten sich die Teilnehmer*innen besser in gehandicapte Menschen hineinversetzen, da jede*r Teilnehmer*in ein anderes Handicap erhielt und so als Gruppe gemeinsam Aufgaben gelöst wurden.

Sophia und Leonie